Sie sind hier

Dieses Amt ist eine Ehre

Gespeichert von PSC News 2 am Di, 02/25/2020 - 11:29

Der Paderborner Squash Club hat sein nächstes Etappenziel erreicht. Nach dem 4:0-Heimsieg über den 1. Bremer SC steht vor dem abschließenden Doppelspieltag in der 1. Squash-Bundesliga Nord am 7./8. März unabhängig vom Ausgang fest, dass der Rekordmeister wieder die DM-Endrunde erreicht hat. „Es ist toll, dass wir qualifiziert sind. Jetzt wollen wir versuchen, gegen Krefeld noch irgendwie einen Punkt zu holen, damit wir vor denen bleiben. Das ist das Ziel“, sagte Simon Rösner. Bei seinem Dreisatzsieg gegen den Argentinier Rodrigo Obregón war es wie so oft – die entscheidenden Punkte in diesem tollen Match machte der Paderborner Spitzenspieler. „Der Junge war sehr gut, hat es mir schwer gemacht und um jeden Ball gefightet, als wäre es der letzte. Respekt an ihn“, lobte Rösner.

Zum x-ten Mal in der Endrunde um die Deutsche Vereinsmeisterschaft – für Dr. Friedrich van Rossum (35), den sie alle „Friedel“ rufen, wird es seine erste als Teammanager sein. Seit 2019 ist der frühere Bundesligaspieler, der heute immer noch für die „Zwote“ in der NRW-Liga den Schläger schwingt, im Amt. Eine Aufgabe, die er als „Herausforderung“, aber auch als „Ehre“ sieht.

„Paderborn als attraktiven Squash-Standort etablieren“

Die Fußstapfen, die Vorgänger Norman Farthing hinterlassen hat, empfindet er nicht als Bürde. „In der Ära Farthing hat der PSC 15 Deutsche Meistertitel und zehn Europapokalsiege eingefahren. Diese einmalige Leistung wird ihm so schnell keiner nachmachen.“ Van Rossum definiert sein Wirken so: „Ein langfristiges Ziel sollte sein, Paderborn mit seinem Umfeld und Trainingsbedingungen als attraktiven Squash-Standort zu etablieren und das Team der Zukunft mit Spielern aus der eigenen Jugend sowie eng mit Paderborn verbundenen Leistungsträgern zu formen.“ Dafür, samt der Absicht, Talente „Richtung Weltspitze zu entwickeln“, wünscht er sich „ein so glückliches Händchen wie Norman.“ Sollte klappen. Passenderweise sind ja beide Hobbygolfer.

PSC ohne die Topleute zum Verfolger

Erst eine Saisonniederlage steht aktuell zubuche, gegen Hamburg. Damals ohne Simon Rösner und Raphael Kandra. „Wir hatten erst an dem Tag erfahren, dass die gegen uns ein richtig starkes Team aufbieten würden“, so van Rossum, der gleichwohl reelle Chancen sah. „Zwischen 0:4 und 4:0 war alles möglich. Unsere Jungs haben dann aber durch die Bank schlecht gespielt“, sah er ein 0:4, das folgenlos blieb. „Für die, die gespielt haben, war’s eine gute Generalprobe. Der Court in Hamburg ist anders.“ Nur ein Punkt fehlt Paderborn noch, um Nordmeister zu werden. Das Problem: Im finalen Gastspiel beim SC Turnhalle Niederrhein werden dem PSC mit Simon Rösner, Raphael Kandra und Nicolas Müller drei Topleute fehlen, die da in London spielen. Friedel van Rossum nimmt es sportlich. „Wir sind immer die Gejagten. Objektiv ist das doch ganz nett für Squash-Deutschland, wenn Paderborn zwischendurch mal verliert. In der Fußball-Bundesliga ist das doch genauso. Wenn Bayern München strauchelt, reiben sich viele die Hände.“

Worms diesmal Favorit auf den DM-Titel

Seit 2006/07 heißt der Deutsche Mannschaftsmeister entweder Paderborner SC oder Black & White RC Worms. Sollte der PSC in Krefeld doch nicht den erhofften Zähler holen können und nur „Vize“ werden, würde es bereits im Halbfinale zum Duell mit dem ewigen Süd-Rivalen kommen. „Diesmal wäre Worms sogar Favorit“, spielt van Rossum darauf an, dass der Gegner als zweiten Ausländer den Franzosen Gregory Gaultier einsetzen dürfte, der nach langer Verletzungszeit nicht mehr zu den Top 100 der Weltrangliste gehört. Ein Ali Farag wird Paderborn in Hamburg nicht unterstützen. „Dann ist Ramadan. Er hat’s einmal gemacht, vor einigen Jahren bei der Endrunde in Böblingen. Das ist eine Zumutung für den Körper.“

2006 kam der Teammanager nach Paderborn. Vor seiner Hochzeit mit PSC-Spielerin Christine van Rossum hörte er auf den Namen Friedrich Scheel. Als Spieler holte er in der Saison 2003/04 mit Court-Wiesel Bonn/Mülheim den DM-Titel. Als sich der PSC 2019 in Edinburgh die europäische Krone aufsetzte, war Friedel van Rossum bereits im Amt. Im September wird der Europapokal der Landesmeister im italienischen Riccione (bei Rimini) ausgespielt. Unabhängig vom Ausgang der DM ist der Titelverteidiger dafür gesetzt.

Quelle: Westfalen-Blatt

Autor und Foto: Jörg Manthey

 

Kategorien: