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PSC ist Meister der Bundesliga Nord

Gespeichert von PSC News 2 am So, 03/08/2020 - 22:16

Erst im Eiltempo die Pflicht erledigt, dann tags darauf kämpferisch noch die Kür zelebriert: Der Paderborner Squash Club hat mit einem flotten 4:0-Sieg bei Harsefeld/Stade sowie einem weiteren sonntäglichen 4:0 in Krefeld den Verfolger SC Turnhalle Niederrhein auf Distanz gehalten und bejubelt mit fünf Punkten Vorsprung den Staffelsieg in der 1. Bundesliga Nord. „Wir sind sehr zufrieden“, fasste Tobias Weggen die Stimmung zusammen.

Am Samstag benötigte das Quartett Dimitri Steinmann, Olli Tuominen, Lucas Wirths und Tobias Weggen keine zwei Stunden, um den Letzten L.A. Squasher Harsefeld-Stade ohne Satzverlust mit 4:0 in die Schranken zu weisen. „Wir haben das Ding gerockt. Aber Harsefeld-Stade hat es uns auch leicht gemacht und ist ohne ausländische Unterstützung angetreten“, sagte Lucas Wirths. Tobias Weggen verteilte in seinem dritten Satz gar die Höchststrafe – 11:0.

Die deutliche Überlegenheit nutzte Dimitri Steinmann, um seinen Dreisatzsieg in ein „Showmatch“ zu verwandeln. „Die Zuschauer hatten ihren Spaß“, meinte Wirths verschmitzt. Diese konzentrierte und konsequente Energieleistung samt komfortablem Ergebnis schenkte Selbstvertrauen für den Endspieltag.

Zumal in Krefeld der nicht eingeplante Nicolas Müller (30) doch zur Verfügung stand. Als erster Reservist war er beim „Canary Wharf Classic“ in London nicht zum Zuge gekommen und Sonntagmorgen eingeflogen. Der 13-malige Schweizer Meister aus Zürich, der 2019 in Bukarest die erste Schweizer Medaille überhaupt in der Geschichte der Squash-Europameisterschaft erkämpft hatte (Bronze), ersetzte an Position eins seinen Landsmann Dimitri Steinmann.

Den Anfang machte vor gut gefüllten Rängen ein Duell zweier Landesmeister. Paderborns 40-jähriger Finne Olli Tuominen lieferte sich mit dem niederländischen Linkshänder Piëdro Schweertman (36) ein intensives Match und hatte im vierten Satz, in dem er ein 9:1 vorlegte, spürbar die größere Energie. Dieses 1:0 war schon die halbe Miete. Geschäftsführerin Anna Wedegärtner chauffierte Tuominen direkt im Anschluss zum Flughafen.

In seinem vierten Bundesligaeinsatz in dieser Saison streute Tobias Weggen (21) im verlorenen ersten Satz noch zu viele unge­naue Schläge ein, beantwortete dies gleichwohl mit der kontrollierten 2:1-Satzführung – um beim 10:9 im dritten Abschnitt einen Matchball auszulassen. Die Strafe: Er verlor diesen noch mit 10:12. „Den Gegner in Bewegung zu bringen, ohne eigene Fehler zu machen“, war der weitere Plan. So reparierte er das Malheur mit einem überzeugenden 11:6 im fünften Satz. Nach mehr als harten 90 Minuten Spielzeit stand Weggens vierter Sieg. Und dieses 2:0 war gleichbedeutend mit der vorzeitigen Nord-Meisterschaft.

Lucas Wirths beschloss den letzten Liga-Spieltag mit einem souveränen 3:0 über Jugendnationalspieler Abdel-Rahman Ghait, immerhin Deutscher U19-Vizemeister. „Lucas hat sauber gespielt und das super durchgezogen“, lobte Nicolas Müller, dessen Partie gegen Balazs Farkas nach umkämpftem ersten Satz ein jähes Ende fand. Eine Wadenverhärtung oder Zerrung stoppte den Ungarn beim Stand von 0:6 im zweiten Satz; er musste aufgeben. „Das war schade“, fand Müller.

Quelle: Westfalen-Blatt, Jörg Manthey

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