Sie sind hier

„Ein Teil des Erfolgs werden“

Gespeichert von PSC News 2 am Mo, 07/20/2020 - 12:03

Paderborn genießt in der Squash-Szene einen exklusiven Ruf wie der Deutsche Meister Bayern München im Fußball. Da ist es folgerichtig, dass die ehrgeizige Saskia Beinhard nur diesen Schritt gehen konnte, um ihre Entwicklung im Squash weiter voranzutreiben. Von Jörg Manthey/Westfalen-Blatt

Die 21-jährige Nationalspielerin hat nach dem Gewinn ihres ersten DM-Titels bei den Frauen dem SC Monopol Frankfurt den Rücken gekehrt , um sich in dieser Saison dem Paderborner SC anzuschließen (diese Zeitung berichtete). „Hier wird einfach am leistungsorientiertesten gearbeitet“, erklärt sie mit Verweis auf die „super Rahmenbedingungen. Ich möchte gerne ein Teil des Erfolgs werden.“

Die Corona-Pause hat Saskia Beinhard genutzt, um Körper und Fitness zu trimmen. „Da hatte ich definitiv Defizite.“ Der nationale Thron soll bloß ein Etappenziel vor dem „echten“ Gipfelsturm sein. Auf ihrer Homepage ( www.saskiabeinhard.de) verrät sie: „Ich will die Nummer eins der Welt werden!“ Nach Beendigung ihres dualen Studiums „General Management“ in Neuss im nächsten Jahr, vier von sechs Semestern hat die Führungskraft von morgen schon absolviert, plant Saskia Beinhard den internationalen Angriff. Als Profi strebt sie eine Klettertour in die Höhen der PSA-Weltrangliste an, mit dem Paderborner Squash-Club als „strategischem Partner“.

Sportwart Matthias Wolff, Manager des Frauenteams, freut sich auf die „solide Verstärkung. Mit deutschen Spielerinnen waren wir immer ein bisschen mager bestückt. Mit Saskia sind wir bei Titelkämpfen, ob national oder international, eine ganze Kategorie stärker aufgestellt. Sie ist deutsche Spitzenklasse.“ Die Neue werde zweifellos für „frischen Wind“ sorgen. „Sie passt top zu uns und wird unseren Spielerinnen im Training weiterhelfen, deren Ehrgeiz anstacheln“, glaubt Wolff. Zusätzlich wird sie für die 2. Herrenmannschaft des PSC (NRW-Liga) gemeldet. Nichts Besonderes für sie, da hat sie mehrjährige Erfahrungen mit den Bergischen Löwen.

Sonntags-Job beim Bäcker

Die 21-Jährige ist ein bodenständiger Typ. Lebensmittelpunkt soll weiter Schwelm bleiben. Die Sportlerin arbeitet in Bochum in einer Werbeagentur dazu sonntags beim Bäcker, um sich ein Zubrot zu verdienen. „Als Studentin hast du halt nicht viel Geld“, sagt sie. Im nahen Remscheid-Lennep trainiert sie gemeinsam mit ihrem Coach, dem Iren Vincent Bradley, sowie Freund Simon Wolter. In Paderborn wird sie endlich auch mal weibliche Sparringspartner auf Augenhöhe vorfinden wie Franziska Hennes oder Ineta Mackevica.

Saskia Beinhard ist trotz ihrer Jugend eine gereifte Persönlichkeit. 2016 und 2018 nahm sie mit der deutschen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft teil, zudem stand sie 2018 und 2019 im EM-Kader. Ebenfalls in diesen Jahren schaffte sie es ins Hauptfeld der Europameisterschaft im Einzel und drang dabei 2019 bis ins Achtelfinale vor.

Nummer eins in der Jugend

Aufgewachsen ist sie in Deisenhofen, 15 Kilometer südlich von München. Seit Jugendtagen stillt sie ihren Erfolgshunger. Als Elfjährige erkämpfte sie ihren ersten DM-Titel. In der Folge sollte sie bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter regelmäßig die Nummer eins ihrer Altersklasse sein; sieben Mal in Folge. Über Platz sechs, vier und drei erklomm sie im Februar in Hamburg mit großem Willen, Ehrgeiz und Motivation erstmals den Frauen-Thron, ihr bislang größter Erfolg im Court. Leidtragende war im Finale ihre künftige Teamkollegin Franziska Hennes. Die vierfache Titelträgerin wurde mit 11:9, 9:11, 11:3, 11:3 bezwungen. Etwa 131 Kilometer sind es bis zum Ahorn-Sportpark, den Saskia Beinhard am 14. August wieder ansteuern wird. „Drei Tage Nationalmannschafts-Trainingslager. Das wird cool“, freut sie sich schon.

Wann die Saison in der NRW-Liga beginnt; Matthias Wolff weiß es nicht. „Im August findet der NRW-Verbandstag statt, da werden wir mehr erfahren. Bis dahin ist alles Federlesen.“ Regulär sollte es Ende September, Anfang Oktober losgehen. „Unser Spielplan ist ja überschaubar. Es wäre problemlos möglich, auch später anzufangen.“

Foto: Am Ziel: Saskia Beinhard holte sich im Februar in Hamburg den DM-Titel und freut sich nun auf den Paderborner SC. Foto: Henning Angerer